cremedelabrehm design: Ein Interview mit Silke Brehm

Wofür steht cremedelabrehm design?
Ich möchte wegkommen vom Werbedesign, dass nur dazu da ist Menschen zu überzeugen, Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben, um andere zu beeindrucken. Deshalb stehe ich für langlebige und zeitlose Konzepte.

Was macht aus deiner Sicht Design nachhaltig?
Design ist nachhaltig, wenn die Wertschöpfungskette bei gestalterischen Entscheidungen berücksichtig wird. Des weiteren sollte es langlebig und modular sein. Ecodesign kann Lebensstile, Routinen und Konsumgewohnheiten verändern indem z.B. Produkte in Dienstleistungen transformiert werden. Interfaces sollten so gestaltet werden, dass Sie dabei helfen Ressourcen zu schonen. Die Ästhetik der Gestaltung sollte auf Langlebigkeit und Wertschätzung basieren und reale Probleme lösen.

Welches sind deine Vorbilder?
Ich habe kein bestimmtes Vorbild, aber es gibt mehrere Personen, die ich für Ihre Persönlichkeit und Leistung schätze. Das ist zum einen die Gründerin der Ulmer Volkshochschule Inge Aicher-Scholl, die den schönen Satz gesagt hat: „Toleranz bedeutet für mich nicht, eine Einstellung aufzugeben, sondern eine jede soweit wie möglich gelten zu lassen.“ Aus gestalterischer Sicht gefallen mir die Arbeiten von Otl Aicher, Charles & Ray Eames, Anni Albers und László Moholy-Nagy sehr gut. Als zugezogene Ulmerin fühle ich mich der früheren Hochschule für Gestaltung in Ulm nahe. Ich denke am wichtigsten ist es jedoch eine eigene Haltung zu haben und zu seinen Werten zu stehen, um einen eigenen Stil zu entwickeln.

Wie sieht die Zukunft des Designs aus?
Ich denke auf langfristige Sicht wird sich nur noch nachhaltiges Design durchsetzen können. Angesichts eines begrenzten Planeten und endlicher Ressourcen hat Aufhübsch-Design keine Perspektive.